Die Anlage historisch …

Die Gartenstadt Atlantic wurde wie andere sozial orientierte Wohnanlagen in den Jahren 1925 – 1930 erbaut.

Sie war schon zum Zeitpunkt ihrer Erstellung eine ungewöhnliche Anlage: Sie ist in die Mitte der Stadt gebaut, mit hervorragender Verkehrsanbindung und schafft dennoch den Rückzug ins Grüne durch ruhige Innenhöfe, die nur den Mietern zugänglich sind. Anders als die meisten dieser sozialen Wohnanlagen wurde die Gartenstadt Atlantic nicht genossenschaftlich oder staatlich, sondern privat finanziert und betrieben.

Lichtburg Nachtaufnahme

Herzstück der Gartenstadt Atlantic war das damals weltberühmte Großkino "Lichtburg" mit 2.000 Plätzen.

Die „Lichtburg“ war Teil des Unterhaltungskomplexes: Tanzsäle, verschiedene gastronomische Einrichtungen, eine Kegelbahn und großzügige Geschäfte im Sockelgeschoss gehörten dazu.

Schon allein die bei Nacht eindrucksvoll anmutende Lichtinszenierung des Lichtburgtowers mit seinen Werbeschriften und Scheinwerfern, ganz im Geiste der Kinoarchitektur der 20-er Jahre, ließ die städtische Bedeutung sichtbar werden.

Zugleich mit der Errichtung einer großen Zahl von Wohnungen, die nach damaligem Stand sehr komfortabel waren, wurde eine Infrastruktur geschaffen, die die Bedürfnisse der Menschen berücksichtigte.

Es begann die kurze Blütezeit der Gartenstadt Atlantic.

1939 wurde der jüdische Eigentümer der Gartenstadt Atlantic, Karl Wolffsohn, von den Nationalsozialisten enteignet und aus Deutschland verjagt.

Krieg und Folgen

Im II. Weltkrieg wurden in der Wohnanlage vier Häuser zerstört und die Lichtburg beschädigt. Durch die Teilung der Stadt, lag die Gartenstadt Atlantic direkt an der Sektorengrenze. Wenngleich auf der Westseite wirkte sich dies über die Jahrzehnte belastend, ja zerstörerisch aus: Jegliche Fluktuation und ein lebendiges Umfeld waren abgeschnitten.

Nachkriegszeit und Mauerschatten

Nach 12 langen Prozessjahren wird die Gartenstadt Atlantic den Erben des ursprünglichen Eigentümers, Karl Wolffsohn, erstattet – er selbst hat es nicht mehr erlebt. Nicht jedoch die „Lichtburg“, die später der West-Berliner Senat übernahm und 1970 der Abrissbirne preisgab. Die Gartenstadt war damit ihres Herzstückes beraubt.

Noch nach dem Krieg, bis zum Bau der Berliner Mauer (13. August 1961) pulsierte an der Gartenstadt Atlantic, einer Ost-West-Nahtstelle, so etwas wie gesamtberliner Leben. Von 1961 bis zum Mauerfall 1989 führte die Anlage ein Schattendasein im nördlichen West-Berlins, ihr Niedergang begann.